Jahresrückblick

Ein Ausschnitt aus der Arbeit der Tagesgruppe Zugstraße

Retro ist zwar schon länger “in”, aber lange Zeit schien es, als hätte 2017 die Zeit stillgestanden: Angela Merkel ist Bundeskanzlerin, Jupp Heynckes Trainer des FC Bayern München, die CD hat wieder schwarze Rillen und auch der Winter kam ein weiteres Mal. Die ungewisse Zukunft schien noch nie so weit entfernt zu sein wie heute. Bis ein paar Menschen anfingen, zu sondieren. Na ja, wie dem auch sei, seitdem ist nicht nur die Welt sondern auch Deutschland in Aufregung und im Wandel. So auch bei uns in unserer kleinen Welt in der Zugstrasse 17a.

Wir haben weniger sondiert, dafür mehr sortiert und sind neue spannende Wege gegangen,- denn Stillstand war gestern.

Insgesamt haben wir 14 TG Kinder betreut, 9 Kinder des Schülerwaggons und 20 Kinder im Spielwaggon, also insgesamt haben wir 43 Kindern dieses Jahr intensiv „Guten Tag“ und/oder „Hallo“ gesagt,- zusätzlich noch Geschwisterkindern oder deren Freunden.

Wir haben uns 44 mal zum Teamgespräch getroffen und gehört, geplant, überlegt und uns abgesprochen, wie und was wann wo weitergeht und was letztendlich zielführend ist und dann sogar gut oder optimal fürs Kind oder die Familie sein wird.

Durch den Stadtteil und darüber hinaus haben wir 19041 Kilometer zurück gelegt, die wir abgerechnet haben, sind aber weitaus mehr unterwegs gewesen durch Einkäufe, Ausflüge oder andere Erledigungen.

Wir haben 22 Hilfepläne vorbereitet im Team, unterstützt durch  aussagekräftige Tischvorlagen, haben die Gespräche moderiert und waren gute Gastgeber.

220 mal haben wir den Kochlöffel geschwungen für das eine oder andere leckere Mittagessen und gleichzeitig die gleiche Anzahl Snacks für die Abschlussrunden vorbereitet. Dabei haben wir Punkte an die Kinder verteilt, die ich nicht zählen konnte.

Personaltechnisch haben wir uns breiter aufgestellt, Mathias und Basti haben jeweils eine volle Stelle, Sascha ist da und bekommt eine Stelle für sein Traum-Anerkennungsjahr. Selbst eine fähige Mama haben wir aus Oer Erkenschwick engagieren können. Die kompetente Gruppenleitung der Spielgruppe fanden wir ebenso hier. Tobi ist seit August da, vorher verabschiedeten wir Linus und Maja.

Elterngespräche in Zeit und Häufigkeit konnte mein Googlekalender nicht ausspucken, es waren viele, viele und noch mehr.

Der Laminatboden ist noch da und zeigt keine Abnutzungserscheinungen vom Putzen,- aber viele Laminatreinigerflaschen mussten dafür herhalten, und oft stand dieser als Einkaufs-To-Do auf der schwarzen Tafel.

Nicht zu vergessen die unglaublichen und großartigen Neuanschaffungen: der neu eingerichtete Raum unten, der neu gestrichene Hausflur, die schöne Haustür, das neue Schild, der Toberaum, der neue iMac, ein neuer Teppich in der Legeecke, der Barfußweg, die Renovierung des Carports und das Pflastern der Terrasse sowie das Aufstellen des neuen Zaunes.

Die großzügige Spende von Herrn Spiekermann findet sich also hier und da wieder im Haus.

Ein Anhänger steht uns zur Verfügung, den der „neue“ gebrauchte Toppi nicht ziehen kann, dafür haben wir einen nagelneuen VW Bus.

Das wichtigste ist, wir sind alle hier zusammen, vor allem gesund, teilweise munter,- aber keine Sorge, Kollegen, der Urlaub naht.

Es ist wirklich motivierend und schön, mit Euch diese Arbeit zu entwickeln, weiter zu entwickeln und voranzutreiben.

Das ist ein absolutes Geschenk.

Das schaffen wir nicht allein, niemals, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir Weihnachten feiern und uns daran erinnern, dass Jesus zu uns auf die Welt kam, weil wir damit beschenkt wurden.

Lasst uns weiterhin dieses Geschenk der Liebe, der Barmherzigkeit und der Freude über das Leben weitergeben, damit es die erreicht, die es brauchen.

Lasst uns Weihnachten das ganze Jahr haben mit Blick auf die Kinder, die Eltern, die Familie als Ganzes und die Institutionen, mit denen wir hier und da zu tun haben.

Dann werden wir zwar Retro sein, aber wir werden keinen Stillstand erleben, denn mit Jesus dreht sich das Leben in einem Rhythmus, der für alle erträglich und motivierend zugleich ist.

Marcus Pauls